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NAPALM DEATH, DIECAST, DO OR DIE / 07.06.05 - Flensburg, Roxy Concerts
- Details
- Kategorie: Berichte aus dem Pit
- Veröffentlicht am Dienstag, 21. November 2006 01:00
- Geschrieben von Philipp
- Zugriffe: 376
Natürlich spielte bereits die zweite Band und auch von denen bekamen wir nur noch zwei Songs zu hören. Hm, DIECAST (Boston) hießen die und werden oft als Mischung aus Hardcore und Metal bezeichnet. In dem ersten Song war kein Hardcore zu finden, es war eher moderner Metal mit abwechselnden cleanen Gesangspassagen und Gebrüll. Auch optisch volle Kanne Metal, alles Langhaarige, die ihre Propeller kreisen ließen. Hab ich natürlich kein Problem mit, find’s nur witzig, dass die ganzen neuen Metalbands dieser Stilistik jetzt immer als Metalcore o.ä. verkauft werden. Danach gab es mit „Raining Blood“ noch ein gut gespieltes SLAYER-Cover, was natürlich für großes Hallo sorgte.
Während Kalle inquisitorisch tätig war und den DIECAST-Klampfer nach dem Verbleib alter Boston-HC/Punk-Recken ausfragte (der Typ hatte noch von keiner der Bands gehört, die Kalle aufzählte), verhaftete ich die “Tsunami Benefit“-Single mit NAPALM DEATH, THE HAUNTED und HEAVEN SHALL BURN. Acht Euro für eine Single erscheinen hoch, aber FÜNF davon gehen ans Rote Kreuz für die Opfer der Flutwelle. „Hopefully the money raised from this will keep a few people warm at night” sagt NAPALM DEATH-Barney im Booklet und Jello Biafra (singt auf dem NAPALM DEATH-Song “The Great and The Good” mit) ergänzt “Why don’t quakes and tsunamis have names like hurricanes do? Should we call this one George?” Sehr treffend m.E. auch der Kommentar von HEAVEN SHALL BURN (die hier übrigens „Straßenkampf“ von den SKEPTIKERN covern): „Being ignorant and non-political means throwing ourselves away. Don’t question yourself, question authority!”
Schön, dass es noch Metalbands gibt, die sich politischer Texte nicht verschließen! So natürlich auch NAPALM DEATH, die dann loshämmerten und vor nahezu jedem Song Hasstiraden auf aktuelle oder vergangene Kriegstreiber wie Bush, Thatcher oder Reagan losließen. Dabei aber nicht den Spaß verloren und alle Anwesenden in hektische Zuckungen versetzten. Wer kann da auch stillstehen, wenn Barney mit seinen eigenwilligen Bewegungen über die Bühne spackt? Der Knabe scheint mit jedem Jahr krasser abzugehen und wirkte während der Songs stärker Hospitalismus-geschädigter denn je... Man hatte zwar dreimal soviel Knete wie für ein Konzi z.B. in der Meierei abgedrückt, bekam dafür aber auch einen entsprechenden Dampfwalzen-Sound um die Ohren geknallt. Natürlich zählten viele der Klassiker zu den Höhepunkten wie „Suffer The Children“, „Siege Of Power“ oder „Scum“, aber viele der neueren Songs waren mindestens gleichwertig. So versetzten mich vor allem „Continuing War on Stupidity“, „The Code Is Red... Long Live The Code“, „Instruments Of Persuasion“ oder „The Great And The Good“ (Jello Biafra sollten wir uns dazu vorstellen) in Mosh-Ekstase (spüre jetzt noch meinen Nacken, „Whiplash“ nennt das der Fachmann wohl). Und natürlich der Opener der neuen Platte „Silence Is Deafening“: Erst legt das Ding mit peitschenden Riffs los, dann knüppelt der Drummer los, minutenlang Frickel-Inferno mit Wechselgesang zwischen Barneys tiefer Stimme und Gitarrist Mitchs Kreischern und dann dieses Break mit dem folgendem Doom-Part samt CELTIC FROST-„Uhhh!“ – geil! Auch die Coverplatten wurden nicht übergangen, CRYPTIC SLAUGHTERs „Lowlife“ und natürlich DEAD KENNEDYS’ „Nazi Punks Fuck Off“ waren im Set.
Alle Anwesenden unserer Fahrgemeinschaft waren sich einig, sogar Kalle, der sonst nur ein trockenes „Ja, war ganz gut“ äußert, sprach von einem „Hammer!“ Und wer nicht da war, kann den Abend demnächst aufm OK sehen, denn Steve Steel war ebenfalls samt Kamera vor Ort!
THE CODE IS RED...LONG LIVE THE CODE...
- Beitrag von: Philipp
















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